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Es gibt übrigens selbstverständlich auch Leute, denen Johannes Paul II. viel zu liberal und progressiv war. In der aktuellen Nummer der "Jungen Freiheit" ein sehr interessantes Interview mit einem Priester aus der Lefebvre-Ecke.
Zitat:
[...] Die Piusbruderschaft dagegen gehört, wie zum Beispiel auch die Petrusbruderschaft oder das Opus Dei, zur von den Medien meist beschwiegenen konservativen innerkirchlichen Opposition. Pfluger: Durch die Darstellung des Papstes in den Medien vor dem Spektrum seiner modernistischen Kritiker entstand stets der Eindruck, Johannes Paul II. habe bereits die konservativen Positionen in der katholischen Kirche vertreten. Das stimmt nicht? Pfluger: Das stimmt im wesentlichen nicht. Wenn Sie zum Beispiel oben beklagen, daß wir schon in der Stunde des Todes des Papstes über die kirchenpolitische Ausrichtung seines Nachfolgers diskutieren, dann muß man bedenken, daß dies Verhältnissen entspringt, die der Papst gewollt und mit herbeigeführt hat. Inwiefern? Pfluger: Der Papst hat die Kirche im Sinne der Welt regiert. Er hat sie nach dem Verständnis der Politik geführt. Er hat beinahe alle Länder der Welt besucht, unzählige Prominente aus Politik, Kultur und Sport pressewirksam empfangen, hat sich immer wieder bewußt für die Medien und die Öffentlichkeit in Szene gesetzt. Er wollte der Papst der Welt sein, und so haben ihn die Menschen nur zu gerne auch gesehen. Er hat mit seinen Gebeten an spektakulären Schauplätzen lieber ein öffentliches Papsttum zelebriert, als gleichmütig gegenüber der Welt die religiöse Innerlichkeit zu pflegen. Sein Bestreben war es, die Kirche der Welt zu empfehlen. Er hat es darüber versäumt, die Kirche in der Sache des Glaubens zu führen und den Glauben vor der Welt zu verteidigen. [...] Angesichts der Stimmung gegen konservative christliche Positionen, wie sie etwa in den Fällen Martin Hohmann oder Rocco Buttiglione sichtbar geworden ist, die lediglich Positionen Papst Johannes Pauls II. bekannt haben, ohne freilich den Schutz seiner herausgehobenen Stellung zu genießen: Wie bewerten Sie die Chancen für konservative Glaubensüberzeugungen nun nach dem Tode Johannes Pauls II.? Pfluger: Mit einem wirklich konservativen Papst ist natürlich bei der anstehenden Wahl nicht zu rechnen. Im günstigsten Fall wird ein Kandidat in der Tradition Johannes Pauls II. gewählt. Aber natürlich wird auch dann die Krise und Verfall des Glaubens fortdauern. Der Christ weiß allerdings, daß das die Herausforderung ist, die die Welt ihm stellt. In der Heiligen Schrift heißt es: Wird der Menschensohn noch Glauben finden, wenn er wiederkehrt? Für den Christen liegt die Kraft eben nicht in der Hoffnung auf ein „Happy End“, sondern allein im Glauben selbst. Von Harki am Sa, 30.12.2006, 15:52, bearbeitet, (1x) |
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Die konservative Kirchenkritik kenne ich sehr gut, und gewisse Anliegen sind auch wichtig (etwa die Fokussierung auf den Glaubensinhalt die der Priester hier anspricht).
Wie die "modernistische" Kirchenkritik, so ist auch die konservative Kirchenkritik mannigfaltig. Da gibt es stark rital- und formbezogene Menschen, die "moderne" Messen, d.h. Messen gemäß den Vorschlägen des 2. Vaticanum für "ungültig" halten, und nur den alten Ritus, (Latein, Hinwendung zum Hochaltar, usw.) für zulässig halten. Dann gibt es welche die alle Päpste ab dem Konzil nicht anerkennen. Generell regt die konservative Kritik am Vatikan in bestimmten Bereichen zum Nachdenken an (was ist wirklich wichtig?; Aufgabe der Kirche; Bedeutung des Ritus usw.) aber das Sektierertum ist m.E. sehr bedenklich. Und auch die Piusbruderschaft recht zweifelhaft. |
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Ich stimme Dir im wesentlichen zu. Wenn man sich durch die Webseite der Bruderschaft navigiert, stört einen recht bald das Rechthaberische, Sektenhafte, schon der schiere Wortschwall mit seinen Wiederholugen. Man fühlt sich ein bißchen an die Evangelikalen oder auch an Islamisten erinnert.
Andererseits verstehe ich aber einige ihrer Motive - oder kann sie zumindest nachvollziehen. Als Außenstehender, den am Katholizismus neben anderen Aspekten gerade auch die äußere Form fasziniert (und der hingegen zu den verschiedensten religiösen Innerlichkeit nur schwer Zugang findet), halte ich die Kritik an der Liturgiereform des 2. Vaticanums für berechtigt. Mir kann es dabei natürlich nicht um die Frage gehen, ob diese Messen "gültig" seinen (es wird schon irgendwie hinkommen), sondern darum, daß man sich durch die Abschaffung des Lateins der erhabenen Internationalität des Ritus begeben hat. Und darum, daß mir Neuerungen grundsätzlich zuwider sind, natürlich.
Ich kannte mal einen Professor für Religionswissenschaften - Linkskatholik, verheirateter Ex-Jesuit. Der hat das so auf den Punkt gebracht: "Ja, was soll denn wohl in Barcelona die Volkssprache sein?" Was die Blickrichtung des Priesters angeht: Da find ich die Formulierung, beim alten Ritus stehe der Priester "in einer Richtung mit der Gemeinde" sehr gelungen. |
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Von der Piusbruderschaft war hier in dem JP2-Strang schon einmal kurz die Rede.
Ich habe die Meldungen gestern und heute über das Treffen zwischen Benedikt und Fellay mit Interesse zur Kenntnis genommen - wie man möglicherweise gemerkt hat . Es verhält sich keineswegs so, daß ich den Anhängern Lefebvres eine über eine gewisse Grundsympathie mit allem Reaktionären hinausgehende Zuneigung entgegenbrächte - ich fand es eben einfach interessant.
Eine meine mich zu erinnern, daß sich Ratzinger schon in seinem "Salz der Erde" dafür ausgesprochen hat, den Anhängern der tridentinischen Messe stärker und sozusagen freundlicher entgegenzukommen. Lefebvre wurde ja damals exkommuniziert, weil er angefangen hatte, eigene Bischöfe zu weihen - was sich Rom natürlich niemals gefallen lassen konnte. Da er nun schon seit längerer Zeit tot ist, sollte einer Aussöhnung mit seinen Anhängern wenig entgegenstehen. |
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kreuz.net: Bei denen schaue ich immer mal wieder gerne rein, wenn ich nach Dönekens suche...
Sedispam light, sozusagen. Ich muß wirklich fast immer lachen, wenn ich mir das anschau, eben wegen deren Diktion ("angeblicher Anti-AIDS-Kongreß", "Sodomisten-Tagung" etc.).
Vielleicht sollte man hier auch mal wieder den Sedispammer zeitweilig freischalten.
Zitat:
Ich sehe gerade, daß es tatsächlich um kath.net geht Augenrollen Scheinbar ist jetzt schon normaler Katholizismus "rechtsextrem". Allerdings. Wikipedia halt. |
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Harki hat geschrieben:
kreuz.net: Bei denen schaue ich immer mal wieder gerne rein, wenn ich nach Dönekens suche... Sedispam light, sozusagen. Ich muß wirklich fast immer lachen, wenn ich mir das anschau, eben wegen deren Diktion ("angeblicher Anti-AIDS-Kongreß", "Sodomisten-Tagung" etc.).Sex sells. Auch dort: http://www.kreuz.net/article.4453.html |
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Madre de Dios!
Sittenverfall. Diese Geschichten auch noch ausweiden, das sind mir die Richtigen |
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Vor allem die "Sodomisten" haben es den dortigen Lesern scheinbar angetan. Mit scheint, es liegt dort eine gewisse zwanghafte Fixierung vor, die vermutlich zu einem nicht unerheblichen Teil durch Sublimierung zu erklären ist
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Ich glaube, die Piusbrüder haben sich hier wirklich mal einen eigenen Thread verdient...
Ich habe daß, was es hier bis dato zu denen an verstreuten Äußerungen hatte (in den beiden langen Papstthreads und das jüngste Gelaber im Wikipedia-Thread) zusammengeschmissen. |
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Mal wieder ein Artikel in kreuz.net, der zeigt, daß die Befürchtungen, daß wir immer totalitärer regiert werden, leider nicht immer übertrieben sind.
In Frankreich wurde jetzt ein Abgeordneter für folgende Aussagen verurteilt:
Zitat:
„Die Homosexualität ist eine Bedrohung für das Überleben der Menschheit.“
„Ich sage nicht, daß die Homosexualität gefährlich ist. Ich sage, daß sie der Heterosexualität unterlegen ist. Wenn Homosexualität allgemein wäre, wäre sie für das Überleben der Menschheit gefährlich.“ (...) „Ich kritisiere homosexuelle Verhaltensweisen. Ich sage, daß sie moralisch unterlegen sind“. Inhaltlich teile ich seine Beurteilung keineswegs, finde seine implizit geäußerte Befürchtung, die ganze Menscheit könnte homosexuell werden und somit aussterben, gelinde gesagt, lächerlich. Allerdings ist es absurd jemanden wegen solcher Aussagen, die eine subjektive moralische Wertung sind, zu verurteilen. Zumal im gleichen Zug in Frankreich sicherlich Bücher von Feministinnen nicht verboten sein dürften, in denen gegen Zwangsheterosexualität gewettert wird und die Heterosexualität generell als unnatürlich verurteilen. http://www.kreuz.net/?article=4634&id=2234 Wenn Putin mal nach seiner Amtszeit Frankreich kommt, dürfte er auch Probleme bekommen:
Zitat:
„Meine Haltung zur Schwulenparade und zu sexuellen Minderheiten ist einfach. Sie hängt mit der Tatsache zusammen, dass eines unserer Hauptprobleme demographischer Natur ist“, sagte er bei einer Jahrespressekonferenz im Kreml, wie der ORF berichtete. http://kath.net/detail.php?id=15876 Auch dieser Ansicht des russischen Präsidenten stimme ich nicht zu, die demographischen Probleme den Homosexuellen anzulasten ist wirklichkeitsfremd. Von frei_sein am Fr, 2.2.2007, 19:20, bearbeitet, (3x) |
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Der SPON hat heute einen kurzen Artikel zum Thema online:
Zitat:
Exorzisten, Satanisten-Beschwörer, Besessene, Rassisten, Entlarver und Seher - manchmal ist es doch ganz gut, einfach nur Joseph Ratzinger als Papst zu haben. http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,488883,00.html Lady Basildon: Ah! I hate being educated! Mrs. Marchmont: So do I. It puts one almost on a level with the commercial classes, doesn't it? -- ![]() |
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Manchmal fragt man sich wer die wahren Pharisäer sind.
Über den Exorzismus würde ich an der SPON-Stelle keine Witze machen. Aber manche Traditionalisten (als Konvertit tendiert man natürlich auch eher zu einer orthodoxen Auffassung) übertreiben es mit ihren (sicher gutgemeinten) Ideen und der Übergang zwischen einer Art geifernder, hassversprühenden Zelotentum ist fliessend. |
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Si è svolta ieri pomeriggio in Vaticano...
Heute mittag gab das vatikanische Presseamt bekannt, dass der Papst heute das schon oft erwartete Motu Proprio zur generellen Freigabe der "alten Messe" promulgiert hat. Ich glaube allerdings nicht, dass die Piusbrüder jetzt zurückkehren werden. Einmal Betonkopf, immer Betonkopf. |
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In der SZ von heute ein sehr schöner Artikel von Matthias Dobrinski über kreuz.net, also über die deutsche Leitseite des Fundamentalkatholizismus.
(Danke, TW, für den Hinweis!) Hier als Scan: Hier online. Daraus: "[Der Ton] ist offen aggressiv, verletzend, gewalttätig, er ist getragen vom Vernichtungswillen gegenüber dem Gegner." Ja, so reden alle Frömmler, wenn sie unter sich sind... Meines Erachtens, und ich hatte das schon anderswo gesagt, gehören diese Leute (und in der Tat auch einige aus der "Blogozese") in die geschlossene Anstalt, nicht mehr und nicht weniger. Von Harki am Do, 26.2.2009, 13:00, bearbeitet, (1x) |
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Harki - so sehr ich gerade versucht bin ein paar Lutheranische Spitzen loszuwerden, so kann man doch nur ehrlich sagen: welche Glaubensgemeinschaft, wenn sie unter sich ist und agitiert ist anders?
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