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Ich habe in den letzten Tagen mit Freude und Interesse immer wieder die Lieder des französischen rechtsradikalen Liedermachers „Docteur Merlin“ gehört. Musikalisch ganz ausgezeichnet, aber darum geht es mir hier nicht. „Docteur Merlin“ definiert sich (oder: definierte sich – ich weiß nicht, ob er noch aktiv ist) wie zahlreiche Vertreter der französischen Nouvelle Droite in den letzten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts als Neuheide – die keltischen Götter kehren zurück.
Und was für ein merkwürdiges Gefühl: Man hört als tendenziell pro-katholischer Niedersachse das Lied „Verden“, in dem ein französischer Chansonnier die Opfer des Blutgerichtes Karls des Großen, meine Vorfahren also, als heidnische Märtyrer preist!
Ich nehme das zum Anlaß, einen Neuheidentums-Thread aufzumachen; das hatte ich schon länger einmal vor. Was ist also vom Neuheidentum zu halten? Die einfachste Lösung wäre sicher, sich darüber lustig zu machen. Das nie ganz falsch, wird aber auch einer Strömung kaum gerecht, die sich seit mehr als hundert Jahren immer einmal wieder in der europäischen Geistesgeschichte merklich macht. Und nicht nur in der europäischen: man denke an die Renaissance des Shintoismus im sich modernisierenden Japan. Etwas erfolgversprechender wäre, das Neuheidentum in zivilisations- oder kulturkreistheoretischem Rahmen als Dekadenzerscheinung zu systematisieren. Das ist aber nun auch wieder gleich die ganz dicke Keule: Wenn sich Leute im Abendland mit dem Zen-Buddhismus befassen, ist das mindestens so skurril, wie wenn sie den Alten Religionen ihres eigenen Landes nachspüren. Um hier von Islam-Konvertiten gar nicht erst zu reden. Ich kann jetzt nicht mehr dazu schreiben, später mehr. Hier nur eines: Was mich am Neuheidentum stört, ist vor allem seine vielfach historistisch gebrochene Sichtweise des historischen Heidentums. Um bei den Germanen zu bleiben: Die Edda berichtet vom aristokratischen isländischen Pantheon des formell schon christlichen Hochmittelalters – nicht so sehr von der germanischen Volksreligion. Die Überreste letzterer machen sich in den Hexenverfolgungen merklichen: Schadens- und Segenszauber, Schamanismus wie heute z.B. noch in Anatolien oder in Schwarzafrika. Und darum kann es den Neuheiden ja wohl kaum gehen. Bei allem Respekt vor der Sehnsucht nach dorischer Sonne und nach der „Welt der lebendigen Götter“, wie Mishima das genannt hat: Der tridentinische Katholizismus ist schon heidnisch genug für alle denkbaren Lebenslagen. Jedenfalls im Abendland. Später, wie gesagt, vielleicht mehr. Edit: Als Generalthema definiert. Harki Von Harki am Sa, 13.10.2007, 21:18, bearbeitet, (1x) |
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Zitat:
Der tridentinische Katholizismus ist schon heidnisch genug für alle denkbaren Lebenslagen. Da stimme ich Dir natürlich gerne zu und muß gestehen, daß Du eine bemerkenswerte Aussage getätigt hast, die ich in meinen Zitatenschatz aufnehmen werde
Das Schöne an der katholischen Kirche ist natürlich auch, daß sie neben dem "europäischen Heidentum" auch eine orientalische Komponente bietet (vom Weihrauch zu Proskynese). Zum Neuheidentum nun einige lose Anmerkungen, vielleicht gehe ich mal strukturiert an das Thema heran, aber nach 5 Tagen Computerferne erstmal einige schnelle Gedanken. Neuheidentum umfaßt ein relativ breites Spektrum. Das politische Neuheidentum der extremen Rechten des ausgehenden 19. Jhd. wollte auf Distanz zur "artfremden" Religion des Christentums gehen. Sicherlich eine Folge der "Wiederentdeckung" der Rassen und Begleiterscheinung einer "biologistischen" Sichtweise. Daß damit gleichzeitig die christliches Moralvorstellungen abgelehnt wurden und der vorgeblich heldenzentrierte Charakter der germanischen Religionen dem Zeitgeist entsprach ("Übermensch"-Rezeption) war ein weiterer Anziehungspunkt. In dieser Tradition steht auch der Rosenberg'sche "Mythos", der meinem Empfinden nach, noch unangenehmer zu lesen ist, als der "Kampf". Hier wird u.a. der Gegensatz von "tellurischen" und "solaren" Religionen thematisiert, wobei dem Judentum und dem Christentum selbstverständlich tellurischer Charakter unterstellt wird, während Apollo und die germanischen Religionen angeblich das edlere "solare" Prinzip verkörpern. Himmler hat dann das esoterisch-verdrechselte Rosenberg'sche auf einfacherem Niveau in seine Weltanschauung übernommen und propagiert. (Weil es zum Verden-Kontext paßt: z.B. sein Sachsenhain) Nach diesem Exkurs wieder zurück zur Klassifizierung der Neopaganen
Dieser Neopaganismus findet sich bis heute in den entsprechenden politischen Zirkeln, was Harki ja schon in seinem Text als Aufhänger dient. Der Rückgriff auf germanische Kulte erscheint mir als anti-modernistischer Zug einer im Grunde modernistischen Bewegung wie dem Nationalsozialismus. Neben diesem "solar-männlichen", politischem Heidentum gibt es natürlich auch verschiedene unpolitische Bewegungen. So gibt es in der Esoterikbranche Arbeit für zahlreiche Frauen, die sich, nicht zuletzt durch ihr Aussehen, als Hexen qualifizieren und durch Beiträge über Liebeszauber in Jugendzeitschriften ein Auskommen finden. Diese und andere esoterisch-paganische Erscheinungen würde ich als eine Art "Zurück-zur-Natur"-Heidentum ansehen, das eine Folge des gestiegenen Natur und "Mutter Erde-Kultes" ist. Da dies einen bestimmten Menschentypus anspricht, nämlich den intuitiv, a-rational "weiblichen", gab es dies natürlich zu allen Zeiten. Hier finden sich auch immer diejenigen, denen die "Theologie" zu rational und vergeistigt ist. Über die Jahrhunderte hinweg hat die Kirche hier mit charismatisch-mystischen Persönlichkeiten und Kultformem versucht, Terrain zu halten. Hildegard von Bingen und ihre unglaubliche Popularität damals und heute zeugen davon. Wo genau die schmächtigen jungen Männer mit Thorhammer um den Hals einzuordnen sind weiß ich nicht Es gibt halt auch einen unpolitischen, männlichen Neopaganismus, der Thor / Wotan statt irgendwelcher Muttergottheiten in den Mittelpunkt stellt. Natürlich gibt es auch Männer, die fanatische Anhänger "weiblicher" Naturprinzipien und des Matriachats sind. Aber für die anderen gibt es wohl Thor. Diese beiden letzten Paganismen finden sich z.B. auch oft in der Gothic-Szene, die die Abwendung vom Christentum auch als Abwendung einer von ihr als christlich empfundenen Mehrheitsgesellschaft sieht. Hier dürften die Götterbilder der Germanen weniger authentisch sein, als Projektionen eigner Vorstellungen.
Ich für meine Person bleibe einfach beim Bewährten, also dem abendländischen Christentum. Warum auf zwei Jahrtausende Theologie verzichten und auf eine Kultform zurückfallen, die sich seit einem Jahrtausend geistig stillstand. Ernst Jünger sagte mal sinngemäß in einem Interview, daß er wohl heute Buddhist werden würde, aber nachdem er 90 Jahre Protestant war, wolle er daran nun auch nichts mehr ändern. Nun, auch ohne daß die ostasiatischen Religionen irgendeinen Reiz auf mich ausüben, vertrete ich die Position, daß man sinnvollerweise beim altbewährten Christentum bleiben sollte. Sei es aus Gewohnheit undVerbundenheit mit der abendländischen Geschichteund Kultur, sei es weil ich die Theologie des Jesus von Nazareth immer noch für die Schönste halte |
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Deiner umfassenden und geradezu liebevollen Analyse der verschiedenen Neopaganismen ist wenig hinzuzufügen. Vielleicht wäre es noch erfolgversprechend, einen von Dir ja erwähnten Ansatz auszubauen und zwischen „weiblichen“ und „männlichen“ Neopaganismen zu unterscheiden. Nicht, daß den „männlichen“ Neopaganismen nur Männer anhingen und den weiblichen nur Frauen (darauf hattest Du ja auch hingewiesen) – aber in der Regel dürfte es so sein. Ich versuch mich mal an einer ansatzweisen Abgrenzung der beiden Gruppen.
Männliche Neopaganismen:
Weibliche Neopaganismen:
Nicht verteilt habe ich die Gründe, weshalb man das Christentum ablehnt. Hier scheinen mir beide Gruppen einfach zu ähnlich scheinen, um in der Eile eines Forenbetrages zu differenzieren. Das Christentum wird wahrgenommen als artfremd, kriminell, frauenfeindlich, neurotisch, sexualfeindlich etc. Ich meine auch natürlich auch keineswegs, daß beides gegensätzliche, einander ausschließende Phänomene wären, Gott behüte. Es sind sozusagen zwei Aspekte einer Erscheinung – oder eben einfach die zwei Geschlechter des Neopaganismus. Und, ach ja, die Jungs in Schwarz mit dem Thorshammer. Es scheint ein Naturgesetz zu sein, daß die entweder hühnerbrüstig oder maßlos übergewichtig sind. Wer mir auch nur einen zeigen kann, auf den keines von beidem zutrifft, bekommt von mir ein Glas Bier ausgegeben. |
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Wie ich höre, stehen Bäume hoch im Kurs bei den neuen Heiden und Hexen.
Von daher bringe ich dieser Bewegung durchaus eine gewisse Sympathie entgegen. Ein Waldbaum kommt selten allein. |
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Die Lektüre der Bild-Zeitung ist immer belustigend. Besonders "interessant" empfand ich folgenden Artikel:
Zitat:
Was die Deutschen der schwarzen Sonne anvertrauen... Deutschland schreibt sich seine Sorgen von der Seele! ... Star-Astrologe Erich Bauer (62, „Astrowoche“) wird alle Briefe der BILD-Leser mit nach Side (Türkei) nehmen, in einer Feuerzeremonie den Sternen übergeben. Bauer: „Es reinigt nach uraltem Glauben die Seele.“ http://www.bild.t-online.de/BTO/new ... rze-sonne-finsternis.html Als ich die Artikelüberschrift las, dachte ich erst an irgendwelche neopaganistischen Nazidinge (http://de.wikipedia.org/wiki/Schwarze_Sonne). Dann empfand ich einfach nur Ekel bei diesen dem Aberglauben fördernden Dingen (dabei will sich die BILD Zeitung doch als Papst-treu etablieren). *Kopfschüttelnd* |
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Tjö, ist doch auch sozusagen Neopaganismus - nur eben auf Klippschulniveau...
Ich kannte die schwarze Sonne noch von früher, weil sie halt als Symbol auch in einigen neurechte Zirkelchen eine Rolle spielt. In der JF gab es vor zehn Jahren mal Anzeigen, in denen Armbanduhren mit der schwarzen Sonne als Zifferblatt beworben wurden - genau in der Form wie auf dem Bild bei Wikipedia. Ich schmeiß das hier einfach mit mal mit dem Neopaganismus Thread zusammen - der kann sowieso einen Schubs gebrauchen. |
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Ein Beitrag von V. vor einigen Tagen hat mich etwas ratlos gemacht:
Zitat:
Regin würde ich keinesfalls als "naturreligiös" einstufen; das sind hardcore Traditionalisten aus dem Umfeld Evola, Guenon - mit "Neuheiden" haben die wenig am Hut. Strebt nicht auch der Traditionalismus die Rückkehr zu den "ursprünglichen Göttern" der indogermanischen Kultur o.ä. an? Kann mich hier vielleicht jemand aufklären, worin der Unterschied zum Neuheidentum besteht? Dank vorab. |
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Harki hat geschrieben:
Ich schmeiß das hier einfach mit mal mit dem Neopaganismus Thread zusammen - der kann sowieso einen Schubs gebrauchen. ![]() *mitschubs* Ich habe auch etwas persönliche Erfahrung mit dem Neupaganismus gemacht. Ein weites Feld! Teils gibt es da sehr versponnene - aber auch recht vernünftige Menschen. Wie überall. Ich kann mir noch kein klares Urteil erlauben. Ein Waldbaum kommt selten allein. |
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Paul hat geschrieben:
Ein Beitrag von V. vor einigen Tagen hat mich etwas ratlos gemacht:
Zitat:
Regin würde ich keinesfalls als "naturreligiös" einstufen; das sind hardcore Traditionalisten aus dem Umfeld Evola, Guenon - mit "Neuheiden" haben die wenig am Hut. Strebt nicht auch der Traditionalismus die Rückkehr zu den "ursprünglichen Göttern" der indogermanischen Kultur o.ä. an? Kann mich hier vielleicht jemand aufklären, worin der Unterschied zum Neuheidentum besteht? Dank vorab. Im Eifer des (Schreib-)Gefechts habe ich da terminologisch geschludert; es fehlt das Wörtchen "integrale" vor "Traditionalisten". Eine in meinen Augen sehr gute Einführung hat H.T. Hakl in der Sezession Heft 11 (S. 20 ff.) gegeben http://www.sezession.de/pdf/sezession_heft11.pdf Ich zitiere mal:
Zitat:
Sie (= die integrale Tradition) sieht sich vielmehr als eine universale, durch und durch spirituelle Geisteshaltung, deren Ursprung im Transzendenten, im absoluten "göttlichen" Seinsgrund, also jenseits von Menschen, Völkern und Geschichte liegt. Damit ist sie in ihrem Selbstverständnis uranfänglich (primordial), einzig und allumfassend. Alle metaphysischen Weltanschauungen und Religionen seien ihr entsprungen und bezögen sich auf sie zurück. Sie würden allerdings wie zerbrochene Teile eines matt und blind gewordenen Spiegels nur noch Einzelaspekte der ursprünglichen Ganzheit und ihrer überirdischen Einheit reflektieren. Trotzdem sei es möglich, diese Urtradition auch heute noch zu rekonstruieren, indem man sich auf die angeführte transzendente Einheit der Religionen, das heißt ihre höhere, sich den geographischen, historischen und menschlichen Zufälligkeiten entziehende gemeinsame Geistigkeit konzentriere. Insofern wirst Du sicher keine "Rückkehr zu den alten Göttern" dort finden, denn das wäre - aus der Sicht der iT - wiederum nur ein Teil des ursprünglich Ganzen. Ich selbst würde mich nicht als Vertreter dieser Richtung bezeichen; dazu bin ich zu sehr katholisch geprägt. Ich muß aber gestehen, daß die Geisteshaltung der integralen Tradition sehr anregend ist und die Schau auf ein "großes Ganzes" freimachen will und oftmals auch kann. Ob das praktikabel ist, steht auf einem anderen Blatt ... aber auch zu den Grenzen äußert sich Hakl sehr schlüssig: der Beitrag ist wirklich zu empfehlen. |
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Vercel hat geschrieben:
Zitat:
Sie (= die integrale Tradition) sieht sich vielmehr als eine universale, durch und durch spirituelle Geisteshaltung, deren Ursprung im Transzendenten, im absoluten "göttlichen" Seinsgrund, also jenseits von Menschen, Völkern und Geschichte liegt. Damit ist sie in ihrem Selbstverständnis uranfänglich (primordial), einzig und allumfassend. Alle metaphysischen Weltanschauungen und Religionen seien ihr entsprungen und bezögen sich auf sie zurück. Sie würden allerdings wie zerbrochene Teile eines matt und blind gewordenen Spiegels nur noch Einzelaspekte der ursprünglichen Ganzheit und ihrer überirdischen Einheit reflektieren. Trotzdem sei es möglich, diese Urtradition auch heute noch zu rekonstruieren, indem man sich auf die angeführte transzendente Einheit der Religionen, das heißt ihre höhere, sich den geographischen, historischen und menschlichen Zufälligkeiten entziehende gemeinsame Geistigkeit konzentriere. Insofern wirst Du sicher keine "Rückkehr zu den alten Göttern" dort finden, denn das wäre - aus der Sicht der iT - wiederum nur ein Teil des ursprünglich Ganzen. Ich selbst würde mich nicht als Vertreter dieser Richtung bezeichen; dazu bin ich zu sehr katholisch geprägt. Ich muß aber gestehen, daß die Geisteshaltung der integralen Tradition sehr anregend ist und die Schau auf ein "großes Ganzes" freimachen will und oftmals auch kann. Ob das praktikabel ist, steht auf einem anderen Blatt ... aber auch zu den Grenzen äußert sich Hakl sehr schlüssig: der Beitrag ist wirklich zu empfehlen. Hm. Ich weiß nicht. In meinen Ohren klingt das wie ein ziemlich schwurbeliger holistischer Versuch, eine "Urreligion" zu konstruieren, von der dann alles mal irgendwie nur ein Teil oder eine Spiegelung ist. Wer Spaß dran hat - bitte. Ich persönlich schalte auf Durchzug, sobald einer mit Urtraditionen und Geistigkeiten kommt. Du hast doch mal erzählt, daß Du seit langen Jahren Kampfsport machst. Vielleicht hast Du schon deshalb einen anderen Zugang zu solchen Ansätzen? (Ohne Dir etwas unterstellen zu wollen, das war nur so eine Idee.) Und hier die Begriffe "Traditionalismus" und auch noch "integral" zu benutzen, halte ich - um Pardon - für anmaßend. Oder zumindest für irreführend: einfach, weil diese Begriff durch den katholischen Traditionalimus (also z.B. Carlisten, später die Lefebvre-Leute) besetzt sind. |
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Danke, Vercel.
Das Heft habe ich hier auch noch rumliegen und werde gleich einmal nachlesen. Mit Evolas anregenden Schriften habe ich mich schon des öfteren beschäftigt. Interessant erscheint mir vor allem die Frage nach der Vereinbarkeit dieses Gedankengutes mit dem Christentum. Zurück zu Regin: Ich habe dennoch den Eindruck, als ob die diese Unterscheidung nicht so scharf ziehen würden, denn in einigen Schriften taucht auch ein kämpferisches, anti-christliches Heidentum auf (z.B. in: Aufbruch zu neuen Ufern). |
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Über den aktuellen (schlechten) Artikel von Kuntze in der JF ("Das Trauma der Linken") bin ich auf einen weiteren Kuntze-Artikel in der JF vom Mai gestoßen, der das Thema der usprünglichen Einheit aufgreift, dies als "arteigene" Religion Europas klassifiziert, und am Ende noch den Schlenker gegen die One World Ideologien schafft
Zitat:
Dieser Urstoff - in tausendfältiger Wandlung begriffen (Heraklit) - bringt alle Dinge aus sich hervor, nimmt sie aber auch seinerseits wieder in sich zurück und verursacht so den ewigen Wandlungsprozeß. Man kann die vorsokratischer Erkenntnis auf eine prägnante Weltformel bringen: "Eins ist alles - alles fließt".
In Wahrheit ist diese vor 2.500 Jahren entwickelte Idee des Universums als perpetuum mobile Europas "eigene" oder "andere Religion" (Sigrid Hunke). Sie ist vielfach variiert worden - als Monismus oder Unitarismus, als Pantheismus oder Holismus. Zu ihren Verfechtern gehörten Pelagius und Meister Eckart, Nikolaus von Kues und Giordano Bruno, Spinoza, Lichtenberg und Hölderlin, Goethe, Nietzsche und Teilhard de Chardin. Im Zentrum ihres Denkens stand dabei stets die Überzeugung, daß es keine Materie ohne Geist, keinen Geist ohne Materie, daß es keinen Inhalt ohne Form, keine Form ohne Inhalt, keine Bewegung ohne Materie und keine Materie ohne Bewegung gibt - kurz, daß der Kampf und die Einheit der Gegensätze oder Widersprüche die Dialektik des Lebens selbst bedeuten, wobei die Einheit als Gleichgewicht oder Ruhe nur temporär und relativ, der Kampf aber dauerhaft ist. Das "Absolute", das "Ewige" sind aus dieser Perspektive lebensverneinende Vorstellungen und künstliche Ideale; Begriffe wie "ewige Seligkeit", "ewiges Leben" oder "ewiger Frieden" sind Synonyme für den Tod. Wer derartige Ziele anstrebt, will das ständig fließende "Alles" zum Stillstand bringen und durch die Aufhebung aller Gegensätze und Widersprüche das "Ende der Geschichte" herbeiführen: Wo "Alles" ist, soll "Eins" werden - sei es die ewige paradiesische Ruhe als Erlösung im Jenseits, sei es das Konzept der "one world", der klassen- und staatenlosen Globalgesellschaft, als Erlösung im Diesseits. aus http://www.jf-archiv.de/archiv06/200613032463.htm Kuntze, ein (ehemaliger (?) Maoist, mischt in seinen Artikeln einige nicht uninteresante Gedankengänge mit Behauptungen, deren argumentative Begründung als grottenschlecht oder bestenfalls verkürzt bezeichnet werden kann. Inhaltlich würde mich interessieren, wie er den Schwenk von der Apologie des (multiethnischen) Chinas inklusive Verteidigung der Annexion Tibets, zu seinen aktuell vertretenen Thesen der ethnischen Segregation der Völker, begründet. Wer nun Goethe für sich reklamieren kann, muß er allerdings mit den "Nachsokratikern" des Islam ausmachen, die Goethe ja bekanntlich teilweise auch als einen der Ihren ansehen
Ursprünglich wollte ich ja einen Thread zu seinem aktuellen, o.a., Text machen, aber ich bin mir nicht sicher, ob es das wert ist Von frei_sein am So, 20.8.2006, 14:42, bearbeitet, (1x) |
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Paul hat geschrieben:
Danke, Vercel.
Das Heft habe ich hier auch noch rumliegen und werde gleich einmal nachlesen. Mit Evolas anregenden Schriften habe ich mich schon des öfteren beschäftigt. Interessant erscheint mir vor allem die Frage nach der Vereinbarkeit dieses Gedankengutes mit dem Christentum. Zurück zu Regin: Ich habe dennoch den Eindruck, als ob die diese Unterscheidung nicht so scharf ziehen würden, denn in einigen Schriften taucht auch ein kämpferisches, anti-christliches Heidentum auf (z.B. in: Aufbruch zu neuen Ufern). Evola konnte - soweit ich mich erinnern kann - dem Katholizismus durchaus positive Seiten abgewinnen. Wenn Du einen guten Ansatz kennenlernen willst. "extreme Positionen" (Katholizismus und NS) in Einklang zu bringen, dann solltest Du mal das Buch des österreichischen Bischofs Alois Hudal "Die Grundlagen des Nationalsozialismus" von 1937 lesen. Ist antiquarisch schwer zu bekommen (und teuer), steht aber in den meisten Bibliotheken und lohnt, kopiert zu werden. Hudal versucht da eine Synthese aus Katholizismus und NS, die von beiden Seiten verworfen wurde, die jedoch interessante Gedanken anreißt. http://www.bautz.de/bbkl/h/hudal_a_c.shtml Und nochmals zum Regin Verlag: das von Dir erwähnte Bändchen stammt nicht aus deren Programm, sondern dürfte im Zuge der Übernahme des "Jungen Forums" von der DESG in deren Besitz gekommen sein. Die nunmehr aufgelöste DESG (Deutsch-Europäische Studiengesellschaft, Hamburg) gab neben dem Jungen Forum auch das Infoblatt DESG-Inform heraus und war federführend bei der Veranstaltung der Europäischen Synergien Ende der 90-ger Jahre, als die Abspaltungen in der "Nouvelle Droite" ihren Höhepunkt hatten. Das Publikum war dort sehr gemischt, was auch an den Aufsätzen zu erkennen ist, und sich keineswegs grün. Aber das ist eine andere Geschichte. Ich denke mal, daß Regin das Bändchen - ebenso wie alte Ausgaben des JF - aus der Konkursmasse vetreibt. P.S. Nein, ich gehöre nicht zum regin Verlag und habe da euch keine Aktien drin ... |
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Von protestantischer Seite gab es den Versuch einer solchen Synthese durch KR-Edelfeder Wilhelm Stapel, "Der christliche Staatsmann" und "Thesen zu Christentum und Nationalsozialismus" (oder so ähnlich).
Evola war ein wirklich interessanter Typ, "Metaphysik des Sexus" ist toll. Aber die "Evolianer"...meistens schreckliche Gestalten! "Evolioten" wäre wohl treffender... Shantih, shantih, shantih. |
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Vinneuil hat geschrieben:
Evola war ein wirklich interessanter Typ, "Metaphysik des Sexus" ist toll. Aber die "Evolianer"...meistens schreckliche Gestalten! "Evolioten" wäre wohl treffender... So hat jeder seine Lieblingsschriften Während ich über das Imperium oder den sakralen Charakter der Könige lese, fokussieren sich andere auf die crowleyschen Aspekte in Evolas Werk |
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