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Coriolan hat geschrieben:
Stimmt schon. Aber der Däne konnte, als er die Karikaturen zeichnete, bestenfalls erahnen, daß er um sein Leben würde fürchten müssen, sonst hätte er die Karikaturen entweder nicht gezeichnet, oder sie in der Schublade gelassen. Und der Titanic-Zeichner weiß, dass er ganz höchstwahrscheinlich eben nicht um sein Leben wird fürchten müssen. Nun gut, zumindest Feigheit will ich den Titanic-Redakteuren auch gar nicht unterstellen. Erinnere ich mich doch noch an den geplanten Mohammed-Ähnlichkeitswettbewerb. Eingeknickt sind damals andere Beteiligte.
Zitat:
Bei den dänischen Zeichnern ist es bislang bei Morddrohungen geblieben; und Drohungen werden bei TITANIC auch schon eingegangen sein, des bin ich sicher. Also ein Axt schwingender Fanatiker, der es glücklicherweise nicht schafft meine Stahl (!)-Badezimmertür zu zertrümmern, hat dann doch eine andere Qualität als das helle Wutgeschnaube beleidigter Katholiken in Briefen oder E-Mails. Mein Problem ist, dass man sich bei der Kirche eben "frech und respektlos" geben kann, weil man kaum Mut aufbringen muss. Währenddessen zieht man bei einer anderen Problemreligion den Schwanz ein. Das mag ich nicht. |
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@Harki: Mhm, vermutlich doch nicht. War bei mir nur spontaner Antipathie-Wert. Von allen Heiligen mag ich den am wenigsten. Mit was für einem Buch weiß ich nicht - Ikonografie war immer mein Schwachpunkt im begonnenen Kunstgeschichtestudium
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Knut die Currywurst passt da jetzt natürlich wie die Faust aufs Aug. Und mir gefällt das ganze Kirchenbashing sehr gut. Die Katholische Kirche hat einfach generell viel zu viel gesellschaftliche Macht, das muss sich endlich mal ändern. Das hat doch mit persönlicher Religosität nicht das Geringste zu tun. Überhaupt sollten in einer sekularen Gesellschaft Religionsgemeinschaften keine Sonderrechte haben. Canossa ist schon ein Weilchen her und Herrn Hitlers Sondervereinbarungen mit Rom ebenfalls. Das Eigentümliche bei Adorno ist, dass man nie recht weiß, was er eigentlich will. (Hanns Eisler) |
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@klandestina: Sorry, aber das kann ich nicht nachvollziehen. Nur weil man nicht sein Leben riskiert, wenn man Verbrechen oder Missstände öffentlich anprangert, sollte man also besser höflich darüber schweigen?
So gesehen könnte man auch sagen, die ARD hätte sich ihren Scientology-Beitrag sparen können, weil Scientology nicht für Mafiamorde bekannt ist. Oder so. Das Eigentümliche bei Adorno ist, dass man nie recht weiß, was er eigentlich will. (Hanns Eisler) |
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Harki hat geschrieben:
Gut, dann sind wir uns zumindest in dem Punkt, um den es mir vor allem zu tun ist, einig. Fein! Ein gewichtiger Grund (§ 166), warum ich niemals CDU wählen könnte. Von der Erststimme gegen Lale im Sommer mal abgesehen. |
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Zitat:
und Herrn Hitlers Sondervereinbarungen mit Rom ebenfalls Nur daß Herrn Hitlers Vereinbarungen mit Rom die Kirche auf lange Sicht nicht vor kirchenfeindlicher Propaganda schützten. Ich glaube, gelesen zu haben, daß der Vorwurf sexuellen Mißbrauchs schon im Raume stand, aber über das Stadium bloßer Insinuation nie hinausgelangte. Damals waren die hergebrachten Strukturen noch intakt, zumindest ist keiner petzen gegangen. Ich kenne die Verhältnisse in Österreich nicht, aber hierzulande ist die Kirche als gesellschaftliche Macht schon lange auf ungeordnetem Rückzug; so sehr, in der Tat, daß unversöhnlicher Antiklerikalismus im Ruche dessen steht, was auf Englisch
Zitat:
stomping the corpse heißt. "The future`s so bright, I gotta wear shades" Von Coriolan am Sa, 10.4.2010, 0:58, bearbeitet, (1x) |
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Melusine hat geschrieben:
@klandestina: Sorry, aber das kann ich nicht nachvollziehen. Nur weil man nicht sein Leben riskiert, wenn man Verbrechen öffentlich anprangert, sollte man also besser höflich darüber schweigen?
So gesehen könnte man auch sagen, die ARD hätte sich ihren Scientology-Beitrag sparen können, weil Scientology nicht für Mafiamorde bekannt ist. Oder so. Von Schweigen ist nicht die Rede. Da missverstehst Du mich. Es geht mir nur gegen den Strich, dass man immer nur das Eigene so stark bekämpft, während man sich beim viel größeren, aber fremden Problem vornehm zurückhält. Filme über Scientology bitte gerne, aber bitte ebenso hierüber. Um 20:15 Uhr in der ARD. Das hat für mich nämlich auch was Sektenhaftes:
Zitat:
Geradezu harmlos muten daneben von mir immer wieder erlebte Diskussionen an, wie die, in denen sich gebildete erwachsene Frauen die Köpfe heiß reden, ob man im Ramadan zum Zahnarzt gehen dürfe. Man könne ja versehentlich ein bisschen Wasser verschlucken, womit dann der gesamte Fastentag ungültig sei und man ihn nachholen müsse. Als ich mich eines Tages mit einigen Frauen in der Moschee zum Gebet traf, umringten mich sofort drei von ihnen und nahmen mich noch am Eingang der Moschee zur Seite: So gehe das aber nicht, sagten sie eindringlich. Ich hätte den falschen Schuh zuerst ausgezogen und hätte wieder mit dem falschen Fuß die Moschee betreten (Man soll immer den rechten Schuh zuerst ausziehen und mit dem rechten Fuß zuerst die Moschee betreten). (...) Die unzähligen Verbote, die dauernde Zwangsbeterei in einer mir völlig fremden Sprache, selbst das islamische Gottesbild überzeugte mich nicht länger: Die meisten Muslime haben Angst vor Gott und schüren auch bei anderen diese Angst. Der Islam hat ein Gottesbild, das auf frommer Leistung und Kadavergehorsam beruht und leider viel zu oft in Doppelmoral und Bigotterie endet. Schlimmer als diese theologischen Probleme wog für mich allerdings die muslimische Wirklichkeit, die ich nonstap erlebte: Ablehnung und Hetze gegen die westliche Gesellschaft, unverhohlener Hass auf Juden, massive Unterdrückung von Frauen, Machoverhalten muslimischer Männer, Gewalt und Brutalität, Lügen ... Sobald Muslime unter sich sind, reden und verhalten sie sich meist völlig anders. Viele sind zudem beseelt von der Vision, dass der Islam überall herrschen sollte. Auch in Europa. In der westlichen Demokratie sehen sie nichts Positives, es sei denn, sie dient ihren Zwecken. Manche lachen sogar über die Toleranz und den Langmut der hiesigen Bevölkerung. http://www.emma.de/hefte/ausgaben-2 ... 9/die-konvertitin-2009-4/ Der ganze Emma-Beitrag ist leider nicht online verfügbar. Text ist aus einer PDF-Datei kopiert. |
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@ Coriolan
Das mag ja schon sein, nur haben die beiden großen Kirchen (und das Judentum) eine rechtlich deutlich herausgehobene Position. Auch wenn das der gesellschaftlichen Realität widerspricht oder besser: gerade deshalb, halte ich das nicht für angängig. Also, daß sie Körperschaften des öffentlichen Rechts sind mit allen sich daraus für sie ergebenden Vorteilen (Kirchensteuer, Rundfunkräte, Religionsunterricht...) Oder daß es solche Gotteslästerungsparagraphen wie 166 StGB gibt. |
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Die Verfilzung von Staat und Kirchen hat viel dazu beigetragen, den letzten Rest an geistigem und geistlichem Gehalt, der der organisierten Religion innewohnte, erlöschen zu lassen.
Ohne daß die wechselseitige Verschränkung mit den Kirchen vom Staat in solcher Absicht eingegangen worden wäre, sind durch sie die Kirchen "zu Tode integriert" worden. Im kommunistischen Polen, wo der Staat aufmüpfige Priester zuweilen über die Klinge springen ließ, war die Kirche eine gesellschaftliche Macht aus eigener Kraft. Das Schicksal, das die orthodoxe Kirche als Dienerin der russischen Autokratie erlitt, ist ebenfalls bekannt: Am Ende war es nur konsequent, daß die Kirche unter der Leitung eines weltlichen Ministers ("Prokureur des Heiligen Synod" geheißen) als bloße Abteilung der zaristischen Verwaltung eingegliedert wurde. "The future`s so bright, I gotta wear shades" Von Coriolan am Sa, 10.4.2010, 1:29, bearbeitet, (3x) |
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Harki hat geschrieben:
Oder daß es solche Gotteslästerungsparagraphen wie 166 StGB gibt. Der Paragraph schützt aber nicht Gott, sondern seit den 60er Jahren nur den öffentlichen Frieden, von daher geht "Gotteslästerungsparagraph" seit dieser Zeit am rechtlichen Gehalt dieses Paragraphen vorbei. Man kann fast sagen, er ist nurmehr eine Variante von §130 und man kann sich durchaus überlegen, diesen wie jenen abzuschaffen. Lady Basildon: Ah! I hate being educated! Mrs. Marchmont: So do I. It puts one almost on a level with the commercial classes, doesn't it? -- ![]() |
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Jedenfalls ist die von den Medien propagierte Vorstellung, Pädophilie sei vor allem ein Problem der Kirche, vollkommen lachhaft. Das ist nachgerade so, als wollte man in Hinblick auf die vielen Pfarrersköchinnen behaupten, außereheliche sexuelle Beziehungen seien in erster Linie ein Problem des römisch-katholischen Klerus. Unter denen, die dieser Tage über die Kirche herfallen, sind bestimmt gar nicht wenige, die mit Volker Beck darin übereinstimmen, daß "pädosexuellen Menschen" - wie sagt man ? - "ein Platz in dieser Gesellschaft" gebühre. Pharisäer, sage ich - und ich bin weder katholisch noch ein Fan der RKK.
"The future`s so bright, I gotta wear shades" |
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In der taz geht es um den Begriff "Mißbrauch": "Fliegende Bischofsmütze"
Teils hat die Autorin meines Erachtens ganz recht, z.B. hier:
Zitat:
Ein Weiteres kommt hinzu, denn indem die öffentliche Meinung Prügel und sexuelle Gewalt so einhellig als "Missbrauch" verdammt, vergewissert sie sich eines neuen Paradigmas: der absoluten Liebe zum spärlich gewordenen Nachwuchs.
Kinder haben heute einen ganz anderen Stellenwert als vor 30 Jahren. Sie sind das Tabu, das unberührt rein gehalten werden muss, daher wird jetzt nachträglich verurteilt. Diese unbedingte Liebe zum Kind spiegelt auf eigenartige Weise die "Pädophilie" der Täter und ist ihr vielleicht nicht ganz so fremd, wie der Sündenbockmechanismus glauben machen soll. Auch den Hinweis auf die Verquickung von sexuellen Handlungen und Prügeleien unter dem Mantelbegriff "Mißbrauch" ist wohl treffend. Was mir aber nicht ganz nachvollziehbar ist, ist diese Passage:
Zitat:
Der Begriff "Missbrauchsopfer" hatte immer etwas bedrohlich Schlüpfriges, im Moment jedoch mutiert er zum frisch gewaschenen Haustierchen im heimischen Wortschatz. Bezeichnungen wie "Missbrauchsbeauftragter" oder "Missbrauchshotline" gehen mittlerweile so locker über die Lippen, als handele es sich dabei um so etwas wie einen Kundenservice.
Warum versucht niemand, eine andere Sprache für die Situation zu finden? Die Kirche braucht nicht einmal ein neues Vokabular, "Buße, Umkehr und Erneuerung" hat sie ehedem der Gemeinde gepredigt, jetzt predigt sie es eben auch sich selbst. Na, was ist denn mit dem in der Öffentlichkeit allgegenwärtigen Begriff "Kinderschänder"?! Für die etwas die Verjährungsfristen abzuschaffen seien. |
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Verschoben: Do, 29.4.2010, 11:25 Uhr von Harki Von Politik nach Feuilleton |
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Manche Leute mußten eben erst lernen, daß sie als Kinder mißbraucht worden waren.
"The future`s so bright, I gotta wear shades" |
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Paßt gerade wie die Faust auf's Auge in den Kontext:
http://www.sezession.de/14372/kinde ... h-als-geschaeftsidee.html |
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Hey, der hat ja Humor. Der G.K., mein ich. Warum überrascht mich das jetzt?
(Oder hab ich das irrtümlich als humorvoll verstanden?) Das Eigentümliche bei Adorno ist, dass man nie recht weiß, was er eigentlich will. (Hanns Eisler) |
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Ermittlungen gegen deutschen Priester in Südafrika
Soll Südafrika mal schön niederdeutsch-reformiert bleiben, dann passiert so was nicht. |
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