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Jammer-Rechte

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konjunktiv 2 » Publikums-Rubriken » Politik » Jammer-Rechte (38 / 3218)
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homo ludens
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k2
12253 – XII.04
Kappe linksWebsite von Harki besuchen: Amyklai - Ein TagschattenbuchKappe rechts
vor 137 Tagen: Mi, 17.3.2010, 13:43 Kurz-URL Beitrag Link zum zitierten BeitragNach oben
Coriolan hat geschrieben:
Überhaupt spielt Angst als Triebfeder politischen Empfindens eine kaum zu unterschätzende Rolle*, woran grundsätzlich auch gar nichts zu bemängeln ist: Man darf sich eben nur nicht von der eigenen Angst blöde machen lassen.


Eben. Gut, das mal klargestellt zu haben.

Ich hatte mich auch niemals über Leute lustig machen wollen, die vor irgendwas Angst haben - sei es auf politischem oder sonst einem Gebiet. (Und ich weiß wirklich, was Angstzustände sind.)

Lieber nicht einschiffen möchte ich mich aber mit Leuten, die wirklich permanent Angst vor etwas haben bzw. die diese Angst ohne sich ihrer recht bewußt zu sein in Aggressivität umsetzen. Oder unbedingt gleich auch anderen Leuten Angst machen wollen. Um von diesen erweckt-verbiesterten "Selbstdenkern" nicht zu reden.

Und ganz verdächtig wird es, wenn das Operieren mit der Angst in Form von Insinuation zum unverholenen Geschäftsprinzip wird.

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vor 137 Tagen: Mi, 17.3.2010, 13:43 Antworten mit ZitatNach unten
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Huldra
Huldras Avatar
D
520 – IV.09
vor 137 Tagen: Mi, 17.3.2010, 14:16 Kurz-URL Beitrag Nach oben
Das Problem ist halt auch, daß diese Angst ständig Schreckensmeldungen, schlimme Nachrichten etc. generiert, und man dann kaum positive Nachrichten rüberbringt. Und mit dieser Negativität assoziiert wird.
Es gab zum Beispiel etliche Ausgaben der JF, wo vielleicht nur 1-2 positive Nachrichten vorhanden waren. Und dann ist man nach der Lektüre dermaßen deprimiert, daß man sich gleich verkriechen möchte.
vor 137 Tagen: Mi, 17.3.2010, 14:16 Antworten mit ZitatNach unten
homo ludens
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k2
12253 – XII.04
Kappe linksWebsite von Harki besuchen: Amyklai - Ein TagschattenbuchKappe rechts
vor 137 Tagen: Mi, 17.3.2010, 14:35 Kurz-URL Beitrag Link zum zitierten BeitragNach oben
Huldra hat geschrieben:
Es gab zum Beispiel etliche Ausgaben der JF, wo vielleicht nur 1-2 positive Nachrichten vorhanden waren. Und dann ist man nach der Lektüre dermaßen deprimiert, daß man sich gleich verkriechen möchte.


Genau. Ich hab das Blatt damals so etwa 2,5 Jahre im Abo gehabt - es aber wegen dieser Miesepetrigkeit die letzten 1,5 Jahre eigentlich nur noch auf den Stapel gepackt.

Und daran hat sich nichts geändert. Wie jemand gepolt sein muß, um über Jahre hinweg die JF wirklich zu lesen, kann ich mir kaum vorstellen...

Schon das fast vollständige Fehlen von politisch halbwegs neutralen, nicht insinuativ aufgeladenen Artikeln! Man vergleiche das einmal mit der taz! (Oder meinetwegen auch mit der Weltwoche.)

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vor 137 Tagen: Mi, 17.3.2010, 14:35 Antworten mit ZitatNach unten
Coriolan
Great Chum Of Mankind
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M
1649 – I.07
vor 135 Tagen: Fr, 19.3.2010, 2:52 Kurz-URL Beitrag Nach oben
Klar, wenn man jung ist, noch nicht erfahren genug, um Tatsachen in die richtige Perspektive zu rücken (und um zu wissen, daß nicht alles so heiß gegessen wie gekocht wird), und wenn man sich dann von der Zeitung erst einmal hat überzeugen lassen, kann man bei der Lektüre der JF paranoid werden - paranoid im klinischen Sinne.

Don`t pee on my leg and tell me it`s raining
vor 135 Tagen: Fr, 19.3.2010, 2:52 Antworten mit ZitatNach unten
homo ludens
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k2
12253 – XII.04
Kappe linksWebsite von Harki besuchen: Amyklai - Ein TagschattenbuchKappe rechts
vor 135 Tagen: Fr, 19.3.2010, 3:05 Kurz-URL Beitrag Nach oben
Jep.

Aber das Gegengift war dann (bei allem gelegentlichen Unmut) - die FAZ. Die ich 5 Jahre vorher und dann noch 15 Jahre nachher im Abo gehabt habe. Und die mir gezeigt hat (gerade eben durch diese Trennung in "Schwarz-Rot-Gold"), daß die Welt eben nicht so einfach ist.

Das war in der Vor-Netz-Zeit, PT gab es noch nicht! Man hatte eben wirklich seine 1-3 Zeitungen, wenn man kein Bibliotheken-Hocker war.

Es gab ja diesen alten Werbespruch für die JF: "Hier lesen Sie das, was Sie in der FAZ nicht lesen." (Von irgendeinem Rechts-Promi. Stahl?) Ja, das habe ich auch zuerst gedacht. Nur eben: Immer das gleiche. Und daher indiskutabel und, ja, krankhaft. Schlechter Journalismus ohnehin.

Also, um im Bild zu bleiben: Ich habe die JF damals sozusagen abgestoßen, wie das Immunsystem einen Virus abstößt. Es ist eben bähbäh.

Ich hatte schon meine Gründe, auch die FAZ denn doch noch mal zu entabonnieren, aber verglichen mit den Dunkelwelten der JF waren das einfach lichtere Sphären. Die 20 Jahre FAZ-Abo und -Lektüre haben mich einige Nerven gekostet, haben mir andererseits einiges gebracht, mich geprägt. Die 2,5 Jahre JF-Abo waren einfach ne krankhafte Geldverschwendung, spätpubertärer Unfug.

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vor 135 Tagen: Fr, 19.3.2010, 3:05 Antworten mit ZitatNach unten
Coriolan
Great Chum Of Mankind
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M
1649 – I.07
vor 135 Tagen: Fr, 19.3.2010, 23:02 Kurz-URL Beitrag Nach oben
Zitat:
die diese Angst ohne sich ihrer recht bewußt zu sein in Aggressivität umsetzen.


...in eine Aggressivität, die kein Ventil findet, also gehindert ist, sich physisch zu entladen, und darum im Untergrund vor sich hin gärt und giftig wird. Psychologie des Ressentiments.

Deswegen trifft man diese Art von unterirdischer Aggressivität selten bei "proletarischen" Typen an, häufig aber bei Studenten und Akademikern, die sei`s aufgrund ihrer bürgerlichen Erziehung (und der dadurch bedingten Unfähigkeit, den Gefühlen ihren Lauf zu lassen, "aus sich herauszugehen"), sei`s aufgrund fehlender physischer Voraussetzungen der Möglichkeit beraubt sind, ihre Aggressionen über die Muskeln zu entladen (durch Arbeit, Sport oder eben auch durch körperliche Gewalt).

Don`t pee on my leg and tell me it`s raining


Von Coriolan am Sa, 20.3.2010, 13:40, bearbeitet, (2x)
vor 135 Tagen: Fr, 19.3.2010, 23:02 Antworten mit ZitatNach unten
homo ludens
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k2
12253 – XII.04
Kappe linksWebsite von Harki besuchen: Amyklai - Ein TagschattenbuchKappe rechts
vor 135 Tagen: Fr, 19.3.2010, 23:35 Kurz-URL Beitrag Nach oben
Ja, ja, ich meinte natürlich die unterirdische, die verbale Aggression - keineswegs die körperliche!

Auch nicht das offene Lostoben, nicht Schreie à la "Hängt Sie auf!" oder eben in Vokativ: "Dich sollte man echt zu Brei schlagen!" Oder derlei. Das ist auch nicht schön, aber noch eine Nummer harmloser als das, worin "die Rechten" den Linken definitiv überlegen sind.

Sehr typisch rechts ist hier nach meiner Erfahrung die gezielte Suche nach der Leiche im Keller des Gegners, das Ausfindigmachen wunder Punkte bei gleichzeitigem Sich-bedeckt-Halten und Unangreifbar-Machen. Das höhnische, feist-wurstfingrige Stochern in vermeindlichen oder tatsächlichen Wunden von jemandem, den man nicht abkann oder dem man's gerade zeigen will.

Ich habe da persönlich echt heftige Erfahrungen gemacht.

Und man schaue sich an, wie Rechte in den Dunkelnieschen des Webs argumentieren.

Gerade "Rechtsintellektuelle" sind ganz überdurchschnittlich oft auch körperlich zurückgeblieben: ganz auffällig viele Kleinwüchsige, irgendwie androgyn und komische aussehende Typen, Leute mit Fehlstellungen der Augen (Schielern, Zucken etc.).

Auch das fast völlige Fehlen von Frauen in dieser Szene (viel deutlicher noch als bei der NPD und bei den Kameraden) hat natürlich seine Ursachen. Und ist wiederum Ursache.

Es ist mir bewußt, daß ich hier selbst in Gefahr bin, infam zu werden. Und das ist nicht so schön. Aber das fällt einfach kraß auf, und es ist meines Erachtens erklärungskräftig.

http://konjunktiv2.de/lastfm_Harki_12.png


Von Harki am Fr, 19.3.2010, 23:45, bearbeitet, (2x)
vor 135 Tagen: Fr, 19.3.2010, 23:35 Antworten mit ZitatNach unten
Coriolan
Great Chum Of Mankind
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M
1649 – I.07
vor 134 Tagen: Sa, 20.3.2010, 3:26 Kurz-URL Beitrag Nach oben
Der (tendenziell linksliberale) Mainstream derer, die eine höhere Schulbildung genossen haben, ist in demselben Dilemma gefangen, verarbeitet es nur auf andere Weise. Hier neigt man dazu, Äußerungen unsublimierter Aggression mit dem Stigma geistiger Minderwertigkeit zu belegen. Das hört sich etwa so an:

"Hach, der macht Kampfsport ?" (Das Wort ausgesprochen wie die Pointe eines besonders schmierigen Herrenwitzes)
"Na, wenn er`s denn nötig hat, sich etwas zu beweisen. Hach, wahrscheinlich will er damit irgendetwas kompensieren. Ich brauche das nicht. Gewalt ist immer ein Zeichen von Schwäche. Ich kann mich mit Worten wehren."

So reden Leute, die, außer im Gemeinschaftskunde-Unterricht, nie in die Lage gekommen sind, sich - in Ermangelung handfesterer Argumente - "mit Worten wehren" zu müssen.
Es gibt nun einmal Grenzsituationen, in denen das Wort eines Mannes nur dann Gewicht hat, wenn nicht gänzlich auszuschließen ist, daß ihm ggf. Taten folgen. Wer sich körperlich wehrlos weiß, wird im Ernstfalle die Selbstgewißheit vermissen lassen, die seinem Wort erst Überzeugungskraft verleiht. Zudem hat der Ernstfall es an sich, daß man in ihm mit Leuten konfrontiert wird, die die gesunde Banausenhaftigkeit besitzen, sich vom guten Wort nicht beeindrucken, sondern anstacheln zu lassen. Wer nicht gerade ein Einsiedlerdasein führt, wird sich auch mal unter Menschen bewegen, die an dem zivilisierten Konsens der Gewaltlosigkeit keinen Anteil nehmen. Oft ist es ratsam, den Schwanz einzuziehen und sich auf leisen Sohlen aus dem Staube zu machen, doch nicht immer steht einem dieser Ausweg offen - z.B., wenn man in weiblicher Begleitung unterwegs ist und in die Lage kommt, die Frau vor Beleidigungen oder Handgreiflichkeiten schützen zu müssen.

Don`t pee on my leg and tell me it`s raining


Von Coriolan am Mo, 29.3.2010, 23:26, bearbeitet, (3x)
vor 134 Tagen: Sa, 20.3.2010, 3:26 Antworten mit ZitatNach unten
Coriolan
Great Chum Of Mankind
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M
1649 – I.07
vor 126 Tagen: So, 28.3.2010, 22:44 Kurz-URL Beitrag Nach oben
Zitat:
Ich gehe davon aus, daß die zweideutige Bündnispolitik, die den Berliner SDS in den Ruch brachte, "nützliche Idioten" Pankows zu sein, nicht das Werk von Leuten wie Dutschke, Rabehl war.


Betont werden muß ferner, daß nicht nur in der öffentlichen Meinung, sondern auch in der etablierten Politik der Bundesrepublik seit Beginn der 60er Jahre eine Tendenz zum Ausgleich mit dem Osten an Boden gewonnen hatte, die wohl in der Enttäuschung über die Passivität der westlichen Verbündeten während des Berliner Mauerbaus ihre Ursache hatte. Selbst Adenauer, der den Kalten Krieg noch anzuheizen versucht hatte, als andernorts die Weichen längst auf Entspannung gestellt waren, soll in einer Rede, die er ein Jahr vor seinem Tode hielt, der Überzeugung Ausdruck verliehen haben, daß "die Russen den Frieden wollen".

Don`t pee on my leg and tell me it`s raining


Von Coriolan am Mo, 29.3.2010, 22:47, bearbeitet, (1x)
vor 126 Tagen: So, 28.3.2010, 22:44 Antworten mit ZitatNach unten
Verschoben: Mo, 5.4.2010, 11:03 Uhr von Harki
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Rossettis wunderbare "Proserpina". :-) In der linken Hand (beachten Sie überhaupt die schönen Hände!) hält sie einen Granatapfel. Welche Farbe haben dessen Kerne?
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