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Eine der bei Schülern (und wohl auch Lehrern) beliebtesten Institutionen des deutschen Bildungswesens wird zunehmend abgeschafft.
Um Frauen besser in den Arbeitsprozess integrieren zu können, aber gleichzeitig das Problem der "Schlüsselkinder" zu minimieren wird in immer mehr Bundesländern das "Hitzefrei" abgeschafft. Nach Hamburg und Brandenburg schließt sich nun ach das Saarland diesem Trend an. http://www.spiegel.de/unispiegel/schule/0,1518,424080,00.html Ich bin gespannt, ob die Schüler diese staatliche Fürsorge "zur besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf" auch zu schätzen wissen. Zudem mir in meiner Schullaufbahn nie Probleme durch frühzetiges Schulaus bekannt wurden, die sich nicht haben lösen lassen. Entweder es war jemand zuhause, oder man war ein Schlüsselkind, bei dem auch zum regulären Schulende niemand zuhause war. Alternativ haben es Eltern damals tatsächlich gänzlich ohne staatliche Handreichung geschafft, für Fälle wie Hitzefrei etc. Arrangements zu treffen, bei denen Kinder eben kurz zu Mitschülern gegangen sind, bis jemand zuhause war. Heute scheint der enge Terminplan der Kinder, die meist auch noch mit dem Auto zur Schule gebracht und wieder abgeholt werden, solche Unwägbarkeiten nichtmehr zu erlauben.
Und bei älteren Kindern ist das eh alles kein Problem. Den 18jährigen Oberstuflern wünsche ich jetzt schon viel Spaß bei 32° im Klassenzimmer, das sie nicht verlassen dürfen, weil die Mami von Klein-Tabea aus der 5. Klasse noch für die Leasingrate von Papis großen BMW arbeiten muß. Von frei_sein am Mi, 28.6.2006, 17:08, bearbeitet, (1x) |
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frei_sein hat geschrieben:
Und bei älteren Kindern ist das eh alles kein Problem. Den 18jährigen Oberstuflern wünsche ich jetzt schon viel Spaß bei 32° im Klassenzimmer, das sie nicht verlassen dürfen, weil die Mami von Klein-Tabea aus der 5. Klasse noch für die Leasingrate von Papis großen BMW arbeiten muß.
Ja, hähä, ein schöner Verriß des Themas, danke!
Viel Kopfzerbrechen dürfte den Leute hier wohl wirklich das Problem des Abholens von der Schule bereiten. Es gibt da heute ganz unglaubliche Sachen: Zum Beispiel werden in ländlichen Gegenden Kinder die ca. 500 m zur Bushaltestelle mit dem Auto gebracht - und natürlich auch von dort wieder mit dem Auto abgeholt. Und das wird offenbar nicht als Irrsinn empfunden! Und es ist wirklich zum Verzweifeln, daß wegen der möglichst vollständigen Durchplanung des Lebens der Kinder so etwas Herrliches wie Hitzefrei auf einmal als finster-dräuendes Problem empfunden wird. Früher wäre das ein vollends absurder Gedanke gewesen... So oft kam das ja gar nicht vor: ein- oder zweimal im Jahr vielleicht, WIMRE. Und dann war's immer eine schöne Überraschung: "Rrrrrausss hier! " |
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frei_sein hat geschrieben:
Ich bin gespannt, ob die Schüler diese staatliche Fürsorge "zur besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf" auch zu schätzen wissen. Zudem mir in meiner Schullaufbahn nie Probleme durch frühzetiges Schulaus bekannt wurden, die sich nicht haben lösen lassen. Entweder es war jemand zuhause, oder man war ein Schlüsselkind, bei dem auch zum regulären Schulende niemand zuhause war. Alternativ haben es Eltern damals tatsächlich gänzlich ohne staatliche Handreichung geschafft, für Fälle wie Hitzefrei etc. Arrangements zu treffen, bei denen Kinder eben kurz zu Mitschülern gegangen sind, bis jemand zuhause war. Heute scheint der enge Terminplan der Kinder, die meist auch noch mit dem Auto zur Schule gebracht und wieder abgeholt werden, solche Unwägbarkeiten nichtmehr zu erlauben.
Damals standen vielleicht auch noch nicht so viele Rechtsanwälte bereit, die das jeweilige Bundesland in Grund und Boden verklagen, falls das arme Kind bei "hitzefrei" vielleicht beim Heimweg über einen Kieselstein stolpert .... Ein Waldbaum kommt selten allein. |
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