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In den frühen 80ern, als linker Kritiker der Friedens- und Ökologiebewegung, war Pohrt ein gefragter Mann, schrieb nicht nur für KONKRET, sondern auch für Kursbuch, FR, ZEIT und SPIEGEL. SPIEGEL 8/1983: Broder über Pohrt Bücher wie das von Broder rezensierte bilden sozusagen den Resonanzboden jener Kritik, die Pohrt nach der Jahrtausendwende an denen geübt hat, die sich seit der Wiedervereinigung auf den Pohrt der 80er Jahre berufen haben; die seine Kritik der damals (vor 30 Jahren) vorherrschenden affirmativen Tendenz der Linken zur heute vorherrschenden gewendet haben. Diese Entwicklung muß man vor Augen haben, will man Pohrt nicht als Renegaten mißverstehen. Gerade als Kritiker der staatstragend gewordenen (Ex-)Linken ist Pohrt "der letzte Aufrechte" geblieben. "The future`s so bright, I gotta wear shades" |
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Kurras erhält volle Pension
Er war Informant der Stasi und erschoss im Juni 1967 den Studenten Benno Ohnesorg am Rande einer Demonstration. Seine volle Rente bekommt Karl-Heinz Kurras trotzdem, entschied nun ein Gericht. http://www.tagesspiegel.de/berlin/k ... lle-pension/1838654.html# |
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Wahrscheinlich fürchtet man, der Kalle könnte, wenn ihm seine Bezüge gekürzt werden, ausplaudern, daß er nicht der einzige und nicht der höchstrangige Berliner Polizist war, der damals über Ostkontakte verfügte.
edit: und daß Polizisten mitnichten die einzige und die höchstrangige Gruppe des offiziellen West-Berlins waren, die Kontakte über die Mauer pflegte. Über das mit Bonner Milliarden gemästete, verrottete West-Berlin in der Spätzeit des Kalten Krieges erfährt man nirgendwo so viel wie in Jörg Fausers Kriminalroman Das Schlangenmaul aus dem Jahre 1985. "The future`s so bright, I gotta wear shades" Von Coriolan am Fr, 14.5.2010, 19:45, bearbeitet, (2x) |
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Mir war entgangen, daß Fritz Teufel gestern gestorben ist...
Nachruf von Lorenz Jäger: http://www.faz.net/s/Rub117C535CDF4 ... Tpl~Ecommon~Scontent.html |
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Pudding-Attentat auf den linksliberalen US-Vizepräsidenten Humphrey, Steine aufs Amerikahaus, "USA-SA-SS", "Zerschlagt die NATO"...klingt nach "Verwestlichung", würd` ich sagen.
"The future`s so bright, I gotta wear shades" |
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...zumindest insofern, als alle Friedensdemonstrationen, die westlich von Frankfurt/Oder und östlich von Schanghai stattfinden, von diesem Geist erfüllt sind.
"The future`s so bright, I gotta wear shades" |
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Gerade am Kiosk gesehen, die Schlagzeile der heutigen taz:
"Im Himmel ist der Teufel los" |
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Nun Rabehl über Teufel:
http://rabehl.wordpress.com/2010/07/08/ping-pong-mit-dem-teufel/ (In Eile, ich hab's noch nicht gelesen.) |
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Also ich les Rabehls Erinnerungs etc Sachen extrem gerne, wieder ein schöner Text obwohl ich mich eigentlich am Rechner immer schwer tue so lange Texte zu lesen. Das Bild hat natürlich auch was.
Bezeichnend: In der BILD wurde Langhans zu dem Todesfall zitiert, irgendwie so in die Richtung "war n ganz lieber". |
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Jäp, sehr lesenswert, auch sehr modest anrührend und persönlich.
--- So nebenbei:
Zitat:
Auch über Langhans sprachen wir. Daß er sich seit Jahren als Selbstdarsteller und Oberkommunarde inszenierte, betrübte Teufel. Dabei mußte ja zwangsläufig eine Verfälschung der eigenen Biografie und des Lebensexperiments der Kommune herauskommen. Zwang und Kontainerpsychose war das damals jedenfalls nicht. Vielleicht zielte Langhans’ Auftreten als Guru und Pascha eines inszenierten „Harems“ (von im echten Leben unabhängigen und verheirateten Frauen) auf irgendwelche Fantasien irgendwelcher Spießer, wer weiß. Immerhin, es war eine Geschäftsidee und ein Weg, in die Medien zu gelangen. Harmlos, aber blöd, und vor allem peinlich. Schlimm nur, daß die Medien tatsächlich glaubten, dieses Getue qualifiziere Langhans zum 68er-Experten.
Zitat:
Offensichtlich waren Polizei, Politiker, Besatzungsmacht und Medien nicht gewillt, die öffentliche Blamage des „Pudding-Attentats“ auf sich sitzen zu lassen. Gelegenheit, es den Provokateuren heimzuzahlen, war der Staatsbesuch des Schahs von Persien am 2. Juni 1967.
Durch inszenierten Tumult und Spaßaktionen wollten Kommunarden im Verein mit iranischen Studenten die heuchlerische Weihe des Staatsempfangs unterlaufen. Vor dem Schöneberger Rathaus zogen sie sich Tütenmasken mit den Konterfeis des Kaiserpaares über, streuten Konfetti und zündeten Knaller. Doch der Schah hatte seine eigenen Schlägertrupps gleich mitgebracht. Ohne Unterschied schlugen die euphemistisch „Jubelperser“ genannten Geheimdienstler auf alle und jeden ein, die sich im Radius ihrer langen Schlagstöcke und Holzlatten befanden. Es traf vor allem ältere Damen und Herren, die dem Schah und seiner Gattin eigentlich zujubeln wollten. Letzteres war mir ganz neu, interessant. |
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*schubs*
Zitat:
Ich habe schon vor unzähligen Jahren, als ich das Manifest zum ersten Mal las, gedacht, dass Marx so etwas wie Neid gegenüber der Bourgeoisie empfand Wenn "Ex-Linker" sein bedeutet, vor seinen alten Überzeugungen in wohlfeile Psychologisierungen ("Die sind nur neidisch, wa ?") zu flüchten, ist es besser, man bleibt Kommunist. Wäre "Neid auf die Burschuasie" das ausschlaggebende Moment gewesen, die soziale Bewegung des 19. Jahrhunderts hätte aus lauter Junkern bestehen müssen (und mit "Junkern" meine ich nicht schwerreiche russische Blaublüter von rurikidischer Abstammung wie Bakunin und Kropotkin oder linksdrehende mitteleuropäische Hochadelsgeschlechter wie die Lichnowsky). "The future`s so bright, I gotta wear shades" Von Coriolan am Sa, 7.8.2010, 23:15, bearbeitet, (6x) |
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Selbst die Washington Post hat einen Artikel zum Tode von Fritz Teufel geschrieben, der allerdings erst gestern erschienen ist.
Schön ist vor allem das Foto, das ihn mit seinen Eltern zeigt, wie sie ihn gerade aus dem Knast abholen. Tja, so sehen stolze Eltern aus! |
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Koenen polemisiert gegen den was-weiß-ich-wievielten Band der Wehler`schen Gesellschaftsgeschichte
Zitat:
Aber um wieviel riskanter sind Wehlers Betrachtungen über die „Generation
45“ und jene „strategische Clique“, der er selbst sich (unausgesprochen) zurechnet: Eine gesellschaftsbildende Kerngruppe, die sich, durchaus geprägt vom nationalsozialistischen Leistungsfanatismus, „mit Entschlossenheit auf die berufliche Ausbildung, danach auf den Karriereweg in einer Wachstumsgesellschaft … konzentriert“ habe; die, einer Diagnose Ralf Dahrendorfs folgend, „eine neue politische Mentalität entwickeln konnte“, weil „der Nationalsozialismus das traditionell demokratiefeindliche deutsche Elitenkartell gesprengt und damit wider Willen der …Demokratie den Weg gebahnt hatte“. Gegenüber den zivil-heroischen Tugenden dieser „Aufbaugeneration“ (wie Helmut Kohl gesagt hätte, den Wehler freilich hartnäckig aus seiner Generationskohorte ausschließen möchte) sollen die 68er sich vor allem durch „die Verächtlichmachung des Leistungsdenkens“ versündigt haben, die „mit dem Ergebnis der Pisa-Studien seine drastische Quittung erhielt“. Das ist freilich fast schon auf dem Niveau der Diagnosen des BILD-Redakteurs Dieckmann. Das kurzlebige Wörtchen vom „Leistungsterror“, das 1968 die Runde machte, kann schwerlich als empirischer Beleg dienen, so wenig wie mir die angebliche Forderung nach „unbeschwertem Lebens- und Konsumgenuss“ aus jenen Jahren erinnerlich wäre. Fast im Gegenteil! Aber das ist schon eine andere Geschichte, die (ich für meinen Teil) an anderer Stelle erzählt habe "The future`s so bright, I gotta wear shades" |
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Noch jemand am Ende des langen Laufes zu sich selbst: Alice Schwarzer kommentiert fürs Gossenblatt den Prozeß gegen Kachelmann.
http://www.amazon.de/Alice-wissen-S ... k%C3%B6nnen/dp/3893200290 "The future`s so bright, I gotta wear shades" |
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