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Ist sie lesbar, ohne mit der Lektüre gleichzeitig ein Zweitstudium zu betreiben? edit: Nein Frei nach einem Wort Thomas Manns über den Schweizer Essayisten Max Rychner als den "bestschreibenden aller Eidgenossen" darf man Reinhart Koselleck, der 1999 mit dem Sigmund Freud-Preis für wissenschaftliche Prosa ausgezeichnet wurde, wohl als den "bestschreibenden" unter den westdeutschen akademischen Historikern bezeichnen. Von Coriolan am So, 1.8.2010, 3:12, bearbeitet, (4x) |
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Alles von Max Goldt.
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schreibt Gustav Seibt. Ich kann ihm nur beipflichten. Max Goldt schreibt heute das schönste Deutsch aller jüngeren Autoren. Es liegt zwischen der Ruhe Ernst Jüngers und dem sanften Wahn Robert Walsers. Die Heiterkeit und Stille, die diese Sprache ihren Lesern schenkt, liegt nicht nur im Humor; ebenso in einem freundlichen Abstandnehmen von den Aufdringlichkeiten einer Wirklichkeit, an der man sich besser seitlich vorbeidrückt Don`t pee on my leg and tell me it`s raining |
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Coriolan hat geschrieben:
Alles von Max Goldt.
Zitat:
schreibt Gustav Seibt. Ich kann ihm nur beipflichten. Max Goldt schreibt heute das schönste Deutsch aller jüngeren Autoren. Es liegt zwischen der Ruhe Ernst Jüngers und dem sanften Wahn Robert Walsers. Die Heiterkeit und Stille, die diese Sprache ihren Lesern schenkt, liegt nicht nur im Humor; ebenso in einem freundlichen Abstandnehmen von den Aufdringlichkeiten einer Wirklichkeit, an der man sich besser seitlich vorbeidrückt ![]() Steht das nicht auf irgendeinem seiner Bücher auch hinten drauf. Meine Mutter hatte mal eins und meinte so "das könnte dir gefallen, da steht Ernst Jünger hinten drauf" |
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Nigromontanus hat geschrieben:
Steht das nicht auf irgendeinem seiner Bücher auch hinten drauf. Meine Mutter hatte mal eins und meinte so "das könnte dir gefallen, da steht Ernst Jünger hinten drauf" ![]() Ja, in der Tat.
Auf die Idee, Goldt mit Jünger zu vergleichen, wäre ich selbst nicht gekommen; was nicht heißen soll, daß es damit nicht seine Richtigkeit hätte. Man soll sich nicht davon beirren lassen, daß Goldt als TITANIC-Kolumnist bekannt wurde. Nicht nur, daß er bei der TITANIC-Redaktion von jeher im Ruch politischer Unzuverlässigkeit gestanden hat; er fand auch an dem Vergleich mit Ernst Jünger nichts auszusetzen. Was der Reichsranicker mit bezug auf Erich Kästner gesagt hat, gilt auch für Max Goldt:
Zitat:
Verachtet mir die kleinen Meister nicht ! Don`t pee on my leg and tell me it`s raining Von Coriolan am So, 26.4.2009, 18:53, bearbeitet, (1x) |
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Coriolan hat geschrieben:
Nigromontanus hat geschrieben:
Steht das nicht auf irgendeinem seiner Bücher auch hinten drauf. Meine Mutter hatte mal eins und meinte so "das könnte dir gefallen, da steht Ernst Jünger hinten drauf" ![]() Ja, in der Tat.
Auf die Idee, Goldt mit Jünger zu vergleichen, wäre ich selbst nicht gekommen; was nicht heißen soll, daß es damit nicht seine Richtigkeit hätte. Man soll sich nicht davon beirren lassen, daß Goldt als TITANIC-Kolumnist bekannt wurde. Nicht nur, daß er bei der TITANIC-Redaktion von jeher im Ruch politischer Unzuverlässigkeit gestanden hat; er fand auch an dem Vergleich mit Ernst Jünger nichts auszusetzen. Was der Reichsranicker mit bezug auf Erich Kästner gesagt hat, gilt auch für Max Goldt:
Zitat:
Verachtet mir die kleinen Meister nicht ! Das mit der Titanik-Redaktion hat mich allerdings auch abgeschreckt, weil ich mir dachte, solche Personen können nichts ernsthaftes schreiben |
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Nigromontanus hat geschrieben:
Das mit der Titanik-Redaktion hat mich allerdings auch abgeschreckt, weil ich mir dachte, solche Personen können nichts ernsthaftes schreiben Ebenfalls aus dem Dunstkreis der "Neuen Frankfurter Schule", aber von TITANIC, dem es in der Aufmachung ähnelte, wohltuend verschieden war Kowalski. Ich erinnere mich gern an die Ausgabe, die nach Ausbruch des zweiten Golfkriegs (Januar 1991) erschien. Kowalski war nicht nur nicht annähernd so linksdogmatisch wie TITANIC, es war wohltuend un-pc und mitunter zum Schreien komisch. Ein Mitbegründer der "Neuen Frankfurter Schule", der von seinen ehemaligen Bewunderern als rechter Renegat verbellt wird, ist Eckhard Henscheid. Zwar teile ich nicht die Meinung einer linken Bekannten, die Henscheid für den bedeutendsten deutschsprachigen Erzähler der Gegenwart hält; aber ich fand den Henscheid schon einen lesenswerten Autor, als er in seinen politischen Stellungnahmen noch vorwiegend Personen des bürgerlichen Lagers wie den damaligen Bundesinnenminister Zimmermann (CSU) unter Beschuß nahm. Überhaupt habe ich meine Probleme mit der These, daß aus Henscheid ein "Rechter" geworden sei, nur weil er, im Gegensatz zur restlichen frankfurter linken Kulturschickeria, mit seiner altbekannten, in den Tagen des Häuserkampfes erworbenen Abneigung gegen Ignatz Bubis auch in den 90ern nicht hinter dem Berg hielt. Don`t pee on my leg and tell me it`s raining Von Coriolan am Sa, 31.7.2010, 1:14, bearbeitet, (5x) |
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[quote]Überhaupt habe ich meine Probleme mit der These, daß aus Henscheid ein "Rechter" geworden sei, nur weil er, im Gegensatz zur restlichen frankfurter linken Kulturschickeria, mit seiner altbekannten, in den Tagen des Häuserkampfes erworbenen Abneigung gegen Ignatz Bubis auch in den 90ern nicht hinter dem Berg hielt.[/quote]
Henscheid kam vor allem in Verschiß, weil sich aufgrund einer euphorischen Rezenssion Mohlers in Sanders Staatsbriefen von "Maria Schnee" sich ein Briefkontakt entwickelte und Henscheid dann auch in der ersten Mohlerfestschrift einen Beitrag verfasste. Und in der JF meldete er sich auch zu Wort ... Von Vercel am So, 26.4.2009, 21:35, bearbeitet, (1x) |
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@ Vercel
Interessant. Danke für die Klarstellung. Henscheid über seinen Rechtsstreit mit der deutschsprachigen Wikipedia: Ich, der rechtsradikale Hitlerattentäter - Vom Mindersinn der neuen Informationsforen Don`t pee on my leg and tell me it`s raining |
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Und im gleichen Forum verfehlten
etwa gleichzeitig zwei junge Damen nicht, der Öffentlichkeit die sehr wichtige Tatsache mitzuteilen, sie hätten bei mir in Frankfurt übernachten dürfen, und ich hätte sie aber, obwohl meine Frau abwesend war, beim Frühstück nicht sexuell belästigt. ![]() |
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Dafür, daß er den Zwerenz einen "ekelhaften Rotzklumpen" o.s.ä. nannte, werde ich dem Henscheid ewig dankbar sein.
Don`t pee on my leg and tell me it`s raining |
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Raymond Chandler
der, an einer englischen Privatschule erzogen, in den 20er Jahren einen großen amerikanischen Ölkonzern geleitet hatte, war aus schierer Existenznot auf das Schreiben von Kriminalgeschichten verfallen. Seine frühesten Erzählungen waren während der Depressionsjahre in billigen Groschenheften, den sog. pulp magazines, erschienen. Heute gilt er als einer der großén englischen Stilisten des 20. Jahrhunderts. Seine Romane werden den Meisterwerken der realistischen Literatur zugerechnet.
Zitat:
Alle Menschen lieben Philipp Marlowe, den kalifornischen Sisyphos, der inmitten des Bergrutsches so rührend-tragisch sein einzelnes Kieselchen an seinen Ort zurückrollt. Kampf ist besser denn Weheklag, Bogart-faced leidet es sich schicklicher als überströmt mit Tränen, und wieviel Humor und Erkenntnis, wieviel gutes Englisch hat nicht Chandler über seine Kleinstutopie vom Selbsthelfer im Trenchcoat vermittelt. Humor und Erkenntnis und gutes Englisch sind hohe Werte. Ich zweifle aber, ob Chandler diese Werte aus dem Philipp Marlowe hernimmt. Ich denke, daß er vielmehr ohnehin in ihrem Besitz war, und daß er sich nur vermöge dieser Kunstfigur eines sich mit der Bereinigung von Sonderfällen bescheidenden Übermannes ermöglichte, sie einigermaßen an den Leser zu bringen. Chandler stand an einem politischen Ort, wo die Welt erst noch zu enden begann. Die Wege, sie vom Zusammenbruch abzuhalten, waren noch vielen geläufig; unter denen, bekanntlich, war Chandler; und mit Philipp Marlowe gab er von seinem Wissen den Bruchteil, der in Nordamerika sich zur knappen Not noch für wahr halten ließ. schreibt Peter Hacks in Die böhmischen Wälder von Los Angeles (1991) Don`t pee on my leg and tell me it`s raining Von Coriolan am Mo, 22.3.2010, 3:52, bearbeitet, (8x) |
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Jörg Fauser (1943-87), der unter nie ganz geklärten Umständen ums Leben gekommene Alt-68er, Ex-Junkie, Thriller-Autor und literarische Chronist der alten Bundesrepublik, schreibt in seinem Chandler-Essay aus dem Jahre 1985:
Zitat:
Raymond Chandler, der eine klassische europäisch-humanistische Bildung absolviert hatte, 1916/18 in der kanadischen Armee diente und nach dem Ersten Weltkrieg es zum Direktor mehrerer Ölfirmen brachte, bis die Wirtschaftskrise diesen Geschäften ein Ende machte, fing mit 45 Jahren an, Kriminalstories zu schreiben. Bei seinem Tode 1959 umfaßte sein Werk sieben Romane und knapp zwei Dutzend Erzählungen. Dieses schmale Oeuvre
Zitat:
(...) macht, mit ein paar Büchern von Dashiell Hammett, den Parnaß der Kriminalliteratur aus. Heute wird in jedem Feuilleton, das auf sich hält, nachgebetet, was André Gide, unter anderem, schon vor 40 Jahren feststellte: daß Chandler und Hammett Spitzenwerke der realistischen Literatur dieses Jahrhunderts geschaffen haben. Aber die Kritik der Literatur hinkt ja naturgemäß der Entwicklung der Literatur hinterher. Wer jedenfalls heute erzählen will, kommt um die Maßstäbe nicht herum, die der erzählenden Literatur von früher gar nicht beachteten Rändern her - dem Kriminalroman, dem Thriller (...) - gesetzt wurden.
Zitat:
Denn Chandler, dieser puritanische Moralist, kannte, worüber er schrieb, er hatte selbst über die Abgründe gespäht. Dieser besessene Schriftsteller lief ja auch durch die Nächte Hollywoods dem Leben hinterher, den Blondinen, den Kurpfuschern, den Ganoven, den Räuschen, dem schnellen Geld, er wußte Bescheid über die Zonen, wo der amerikanische Traum vom amerikanischen Alptraum eingeholt wird, realistische Literatur ist nicht machbar ohne genau Kenntnis des Materials, moralische Kraft und sinnliche Kreativität schöpfen nicht aus blutloser Leere.
Zitat:
Aber Chandlers Schreibe ist nicht alles, auch wenn ihre Würze, ihr Schmelz, ihr trockener, sentimentaler Humor mich auf fast jeder Seite, die ich lese, anrühren, fesseln, faszinieren. Was mich noch stärker fasziniert, ist die Figur des Philipp Marlowe, des Mannes, der sich für 25 Dollar am Tag plus Spesen in den miesen Straßen einer aus den Fugen geratenen Welt für etwas herumschlägt, das für Chandler die "verborgene Wahrheit" war und das Marlowe simpel "Gerechtigkeit" nennt.
Zitat:
Altmodische Romantik, verschrobener Individualismus, Außenseiter auf verlorenem Posten, ich kenne die Labels. Auch, daß doch in jedem von uns, der nicht völlig korrumpiert und gleichgültig ist, ein Stück Marlowe steckt. (zitiert nach: Jörg Fauser; Lese-Stoff - Von Joseph Roth bis Eric Ambler, Berlin 2003) Don`t pee on my leg and tell me it`s raining |
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Als Weihnachtsgeschenk:
Raymond Chandler - The Lady in the Lake Max Weber - Schriften zur Sozialgeschichte und Politik Don`t pee on my leg and tell me it`s raining |
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But down these mean streets a man must go who is not himself mean, who is neither tarnished nor afraid. The detective in this kind of story must be such a man. He is the hero; he is everything. He must be a complete man and a common man and yet an unusual man. He must be, to use a rather weathered phrase, a man of honour – by instinct, by inevitability, without thought of it, and certainly without saying it. He must be the best man in his world and a good enough man for any world. Raymond Chandler, The Simple Art of Murder Mick Hume: Why Marlowe is still the chief of detectives Don`t pee on my leg and tell me it`s raining |
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