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homo ludens
k2
12503 – XII.04
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In der Welt ein sehr interessanter Text über Interviews Schauspielern und die (angebliche oder tatsächliche, ich weiß es nicht) Autorisierungswut von deren Agenten. Daraus:
Zitat:
Das ist die Krux an der Autorisierung: Es gilt nicht mehr das gesprochene Wort, sondern was der Star am liebsten von sich liest. Antworten werden umgeschrieben, ganze Passagen gestrichen, sogar Fragen umformuliert. Spontane Gefühlsäußerungen werden entfernt, jede Kritik an der Produktion getilgt, und die überraschendsten, aussagekräftigsten Aussagen fehlen plötzlich. Manchmal hätte man das Gespräch gar nicht führen müssen, ein Interviewautomat, der Fragen und Antworten aus Versatzstücken zusammenschustert, hätte genügt.
Im Übrigen ist undurchschaubar, wer wirklich auf Autorisierung besteht. Ein Journalist machte sich den Spaß, ein Interview mit Daniel Brühl gleich an zwei Stellen zu mailen: direkt an den Künstler sowie an seine Agentur. Brühl schickte es ohne Korrekturen zurück - aber seine Agentur hatte den Text schwer umgepflügt, angeblich "in seinen Namen". Immer stärker drängt sich Medien der Verdacht auf, die Autorisiererei sei häufig ein Mittel der Vermittler - Agenten, PR-Agenturen - um sich ihren Klienten unentbehrlich zu machen.
Das Merkwürdigste am Autorisierungswahn ist, dass er eine exklusiv deutsche Krankheit ist. Kein Interviewjournalist kann sich daran erinnern, dass Tom Cruise, Daniel Craig, Gérard Depardieu oder Penélope Cruz je ein Interview gegenlesen wollten, das sie gegeben hatten.

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Mo, 6.9.2010, 19:06 |
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Mo, 6.9.2010, 19:06 |
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Wandernder Schreiberling oder irrer Chronist
C
179 – VII.06
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Ich schätze mal, dass das am Verhältnis zu Presse/Journalismus und Papparazitum liegt, in Deutschland reagiert man da halt anders als in den USA. Von daher ist das "Autorisieren" hier üblich, dort nicht. Und ich glaube auch, dass die Agenturen vielleicht auch mehr korregieren, weil sie wesentlich vorsichtiger sind, als der jeweilige Künstler. Wo ein Künstler vielleicht willens ist mit einer kritischen/unangepassten Haltung zitiert und kritisiert und vielleicht auch von der Öffentlichkeit abgestraft zu werden, ist die Agentur vorsichtiger und will auf Nummer sicher gehen, daher wahrscheinlich die vielen Korrekturen. Im Grunde sind aber nicht die Agenten Schuld: es liegt an dem jeweiligen Künstler (und an den Künstlern als Gesamtheit auch) das mit ihren Agenten klarzumachen, auch klarzumachen wie weit korregiert werden darf/soll und wo nicht. Ich sehe das Autorisieren als solches schon nicht als so schlecht an, es ist auch ein Mittel zu verhindern, dass die Presse jemandem Worte in den Mund legt, die er so nie gesagt hat, aber das genaue "wie" man damit umgeht, verlangt definitiv nach mehr Ausgestaltung.

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homo ludens
k2
12503 – XII.04
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Na ja, ich vermute mal in den Agenturen sitzen dann halt auch die Leute, die diese öligen und völlig unglaubwürdigen Schauspieler-Wiki-Artikel schreiben ("X ist auch ein gefragter Talkshowgast"). Und das mit dem Unentbehrlich-Machen-Wollen in dem Artikel dürfte auch stimmen - diese Attitüde kennt man doch aus zahlreichen Berufsgruppen, deren Stärke im Labern liegt. (Von anderen natürlich auch.)
Aber es ist sicher auch falsch, hier nur einer Seite die "Schuld" zu geben. Hier wurde ja nun auch schon weiß Gott oft genug über Journalisten gemeckert...
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